Unterschiede zwischen RA1, RA2 und RA3 sowie zwischen Glaskugel- und Mikroprismen-Technologie verständlich erklärt.
Reflexfolien werden entsprechend ihrer retroreflektierenden Leistung in die Reflexionsklassen RA1, RA2 und RA3 eingeteilt. Die jeweilige Reflexionsklasse beschreibt die Mindestanforderungen an den spezifischen Rückstrahlwert einer Folie.
Vereinfacht ausgedrückt wirft eine Reflexfolie auftreffendes Licht weitgehend in Richtung der Lichtquelle zurück. Dadurch können Beschriftungen und Verkehrszeichen bei Dunkelheit besser erkannt werden, wenn sie beispielsweise von Fahrzeugscheinwerfern angestrahlt werden.
Welche Reflexionsklasse benötigt wird, hängt unter anderem vom Einsatzort, der Umgebungsbeleuchtung, dem Betrachtungsabstand, dem Betrachtungswinkel, der zulässigen Fahrgeschwindigkeit und dem vorgesehenen Einsatzzweck ab.
Grundsätzlich gilt als Orientierung:
Wichtiger Hinweis: Diese Übersicht dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine verkehrstechnische Planung. Für amtliche Verkehrszeichen sind die geltenden Vorschriften, technischen Lieferbedingungen, Zulassungen und Vorgaben der zuständigen Behörde zu beachten.
Möglicher Folienaufbau:
Aufbau A oder Aufbau C
RA1 bietet die niedrigste Rückstrahlleistung der drei Klassen. Mögliche Anwendungen liegen beispielsweise in Bereichen mit niedrigen Fahrgeschwindigkeiten, auf Parkplätzen oder bei nicht amtlichen Hinweis- und Informationsschildern. Die konkrete Eignung muss für den jeweiligen Einsatz geprüft werden.
Möglicher Folienaufbau:
Aufbau B oder Aufbau C
RA2 besitzt eine höhere Rückstrahlleistung als RA1 und wird häufig für Verkehrszeichen sowie Wegweisungs- und Beschriftungsanwendungen verwendet. Sie ermöglicht eine gute Wahrnehmbarkeit aus größeren Entfernungen und bei unterschiedlichen Betrachtungswinkeln.
Möglicher Folienaufbau:
Aufbau C
RA3 stellt besonders hohe Anforderungen an die Rückstrahlleistung. Folien dieser Klasse werden für anspruchsvolle Verkehrssituationen eingesetzt, beispielsweise bei hohen Geschwindigkeiten, großen Erkennungsdistanzen oder starker Umgebungsbeleuchtung.
| Kriterium | RA1 | RA2 | RA3 |
|---|---|---|---|
| Rückstrahlleistung | Grundlegende Leistung | Erhöhte Leistung | Sehr hohe Leistung |
| Folienaufbau | Aufbau A oder C | Aufbau B oder C | Aufbau C |
| Technologie | Eingebundene Mikroglasperlen oder Mikroprismen | Eingekapselte Mikroglasperlen oder Mikroprismen | Mikroprismen |
| Mögliche Anwendungen | Parkplätze, Hinweisschilder und Anwendungen mit geringeren Anforderungen | Verkehrszeichen, Wegweiser, Schriften, Ziffern und Symbole | Anspruchsvolle Verkehrssituationen, große Distanzen und stark beleuchtete Umfelder |
Retroreflektierende Folien basieren in der Regel auf Mikroglasperlen oder Mikroprismen. Beide Technologien lenken auftreffendes Licht zurück in Richtung der Lichtquelle, unterscheiden sich jedoch in ihrem Aufbau und ihrer Leistungsfähigkeit.
Bei einem Glasperlensystem trifft das Licht auf mikroskopisch kleine Glaskugeln. Das Licht wird innerhalb des Systems gebündelt und anschließend weitgehend in Richtung der Lichtquelle zurückgeworfen.
Abhängig vom Aufbau können die Mikroglasperlen direkt in das Trägermaterial eingebunden oder zwischen Träger- und Deckmaterial eingekapselt sein.
Mikroprismatische Reflexfolien bestehen aus einer präzisen Anordnung sehr kleiner Prismen. Das eintreffende Licht wird an mehreren Flächen innerhalb der Prismen umgelenkt und anschließend zur Lichtquelle zurückgestrahlt.
Die effiziente Nutzung der Folienoberfläche ermöglicht hohe Rückstrahlwerte und eine gute Sichtbarkeit bei Dunkelheit, ungünstigen Lichtverhältnissen und schwierigen Wetterbedingungen.
Bei diesem Aufbau sind Mikroglasperlen direkt in das Trägermaterial eingebunden. Dadurch entsteht eine flächige Reflexfolie, die üblicherweise keine deutlich erkennbare Wabenstruktur besitzt.
Bei Aufbau B befinden sich die Mikroglasperlen in einem abgeschlossenen System zwischen dem Trägermaterial und einer transparenten Deckschicht. Der Aufbau ist häufig an einer sichtbaren Wabenstruktur erkennbar.
Bei Aufbau C sind Mikroprismen in das Material eingeprägt. Sie werfen das auftreffende Licht nach dem Prinzip eines Rückstrahlers zur Lichtquelle zurück. Auch mikroprismatische Folien können eine sichtbare Waben- oder Zellstruktur aufweisen.
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Die konkrete Eignung, Zulassung und regelkonforme Verwendung muss vor der Verarbeitung anhand der aktuellen Produktunterlagen und geltenden Vorschriften geprüft werden.